Erlebnis Unterwasserwelten
Mit dem OZEANEUM in Stralsund entsteht Norddeutschlands größter Museumsneubau
Mit allen Sinnen können Besucher des OZEANEUMs auf einer Fläche von rund 8.700 qm die Meeresunterwasserwelt der Nord- und Ostsee und des nordatlanÂtischen Polarmeers erleben. Im ersten Gebäude befinden sich die Ausstellungen „Weltmeer - Die Vielfalt des Lebens“, „Die Ostsee“ und „Erforschung und Nutzung der Meere“. Hier präsentiert das Museum anhand herausragender Exponate anschaulich naturÂkundliches Wissen. Einen großen Teil der Originale fertigt die hauseigene Präparation selbst.
Die Ausstellung zur Ostsee ist die größte ihrer Art im gesamten Ostseeraum. Das Highlight dieser Schau ist ein 2 x 3 Meter großer Touchscreen: Er zeigt die gesamte Ostsee mit den anliegenden Küstengebieten und macht auf Schutzmaßnahmen für dieses „Kleine Meer mit großen Problemen“ aufmerksam.
Mit dem Ausstellungsbereich führt das Haus in die Welt der Meere ein und vermittelt – auch interaktiv – Basiswissen über die verschiedenen Lebensräume im Wasser.
Zur Besonderheit des OZEANEUMs gehören die riesigen Aquarien, die eine Reise durch die Unterwasserwelt beschreiben: vom Sund durch die verschiedenen Regionen der Ostsee zur Beltsee, über Kattegat und Skagerrak bis in das WattenÂmeergebiet in der Nordsee. An Helgoland vorbei geht es zu den Tiefseekorallen des Nordatlantiks bis in die arktische Region.
Im Ostseeaquarium steigt der Besucher direkt im Stralsunder Hafenbecken in die Tiefe und erlebt, wie vielfältig Flora und Fauna dieses Binnenmeeres sind: Der Salzgehalt der Ostsee ist so unterschiedlich, dass im östlichen Teil auch SüßwasserÂfische leben. In den Aquarien tummeln sich neben bekannten Fischarten – wie Flunder oder Plattfisch – auch ungewöhnliche Tiere wie die Wollhandkrabbe.
Bekannt sind die wegen ihres Kaviars gefangenen und inzwischen vom Aussterben bedrohten Störe. Im Zusammenhang mit einem Wiederansiedelungsprojekt im OstÂseeraum wird dieses lebende Fossil in einem der Aquarien gezeigt.
Im Nordseeaquarium werden die Lebensräume der Nordsee, des Nordatlantiks und des Polarmeeres präsentiert. Helgoland, der einzigen Felseninsel Deutschlands, ist ein großÂzügiges Tunnelaquarium gewidmet, in dem neben Tangfeldern auch große Taschenkrebse und Riesenkrabben zu sehen sind. Ein weiterer Höhepunkt im Nordseeaquarium ist ein Gezeitenbecken, das im 30-Minuten-Takt Ebbe und Flut simuliert. Das deutsche Wattenmeer ist das größte Wattgebiet weltweit und LebensÂraum für Wattwürmer, Miesmuscheln und Jungfische.
Erst vor rund 10 Jahren haben Forscher entdeckt, dass eines der weltweit längsten Korallenriffe – länger als das Great Barrier Riff – in den kalten Gewässern des Atlantiks liegt und sich von Norwegen bis Marokko erstreckt. In bisher in Europa einzigartiger Breite werden diese Tiefseekorallen im OZEANEUM präsentiert.
Das größte Aquarium im OZEANEUM, das Schwarmfischbecken, fasst 2,6 Mio. Liter Wasser. Tausende Heringe und Makrelen ziehen an den Augen der Besucher vorbei, um sich blitzartig durch das typische Schwarmverhalten dem Zugriff der räuberischen Haie zu entziehen.
Auch Kinder kommen voll auf ihre Kosten: Die Ausstellung „Ein Meer für Kinder“ weckt mit Spiel- und Erlebnisstationen den Forscherdrang. Im „begehbaren Meer“ können sich die Kleinsten zwischen meterhohem Seegras bewegen, unter Krabben hinwegtauchen und so das Meer hautnah erleben. Für die Museumspädagogik steht ein Kurs- und Laborraum zur Verfügung und gibt die Möglichkeit, Unterrichtseinheiten für Schulklassen durchzuführen.
Ab Eröffnung des OZEANEUMs geben Großexponate wie die legendäre „GEO“, ein Tiefseelander und das Modell der „Beluga SkySails“ einen Einblick in das Thema „Erforschung und Nutzung der Meere“. Für die vollständige Installation werden gegenwärtig noch Förderer gesucht.
Spektakulär ist die Ausstellung „1:1 - Riesen der Meere“: Über die gesamte Raumhöhe schweben Nachbildungen von Walen in Originalgröße. Die beeindruckende Größe der Modelle schärft den Blick für die Bedrohung, der Wale weltweit ausgesetzt sind. Das größte Exponat ist die Nachbildung eines Blauwals aus dem Nordatlantik mit einer Länge von 26 Metern. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal sowie ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Beeindruckend ist nicht nur die Größe dieser Meeresriesen, sondern auch ihre Art zu kommunizieren. Dramaturgisches Highlight ist eine Toninszenierung, die die größten Lebewesen der Erde für uns Menschen hörbar macht: Die tiefen, hunderte von Kilometer reichenden Töne des Blauwals, die Gesänge des Buckelwals oder die sogenannten Klicks der Pottwale, anhand derer sie ihre Beute in einer Tiefe bis zu 3.000 Meter aufspüren.
(Zeichen mit Leerzeichen: 4.601)
Aktualisiert im Mai 2008
Weitere Informationen:
deutsches meeresmuseum stralsund
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jens oulwiger
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