Der Siegerentwurf von Behnisch & Partner
Für den Neubau des OZEANEUMs wird ein offenes Haus vorgeschlagen, das, ähnlich wie vom Wasser umspülte Steine im Meer, von allen Seiten von Menschen und Licht durchströmt werden kann. Es hat keine Rückseiten, öffnet und orientiert sich aber hauptsächlich zur wichtigsten Seite, zum Meer hin.
Durch seine besondere Form und seine Lage in vorderster Reihe wird es zu einem attraktiven, einprägsamen Baustein im Stadtbild und in der Silhouette von Stralsund. Eine offen gehaltene Erdgeschosszone bereichert die neue Promenade und verstärkt die Öffnung der Stadt zum Wasser hin.
Jeder Körper des Hauses hat einen eigenen Inhalt:
In dem zur Seeseite hin orientierten Baustein befinden sich die Ausstellungen. Auf 3 Ebenen werden Themen zum Weltmeer, der Ostsee und der Nutzung und Erforschung der Meere dargestellt.
Von der Seeseite zurückgesetzt liegen die zwei Aquarien-Körper „Ostsee“ und „Nordsee“. Hier soll der Besucher auf eine Reise geschickt werden, die ihn durch Ost- und Nordsee bis zum Nordatlantik bringt. Die kleinen und großen Schauaquarien begleiten diese Reise thematisch, vom Hafenbecken in Stralsund vorbei an der Kreideküste der Insel Rügen über das Kattegat hinüber in die Nordsee mit Wattenmeer, Helgolandfelsen, Gezeitensimulationen etc. bis in das Nordpolarmeer. Das Herzstück des Nordsee-Aquarienbereiches ist das große Schwarmfischbecken. Durch eine 10 x 5 m große Scheibe erhält der Besucher den Einblick in die „Unendlichkeit“ des Meeres.
Im Obergeschoss des Nordseeaquariums ist die Ausstellung „Ein Meer für Kinder“ untergebracht. Diese wird ergänzt durch eine Pinguinanlage auf dem Dachgarten.
Die beiden Aquarienkörper sind auf ein Technikgeschoss aufgesattelt, in dem alle technischen Anlagen des Hauses untergebracht werden.
Der vierte Körper ist den „Riesen der Meere“ gewidmet. Hier werden in Originalgröße nachgebildete Wale inszeniert. Im Erdgeschoss des Baukörpers liegt ein Kinosaal.
Da die Ausstellungen und Aquarien kein Tageslicht benötigen, werden diese Baukörper von geschlossenen Fassaden umschlossen und damit räumlich definiert. Das Foyer spannt sich mit Treppen, Aufzügen und Stegen frei zwischen die Körper. Es bietet interessante Ein- und Überblicke, Orte zum Treffen und Verweilen. Es soll von Licht durchflutet sein und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Das Erdgeschoss des Foyers beherbergt neben den allgemeinen Nutzungen eines Museumsfoyers auch einen Shop und das Café.




