Zeitgenössische Architektur für Stralsund
Den für den Bau des OZEANEUMs ausgelobten Architekturwettbewerb gewann 2002 das Stuttgarter Architekturbüro Behnisch & Partner, heute Behnisch Architekten. Das 1952 von Günter Behnisch gegründete Büro fand mit dem Olympia-Stadion in München 1972 weltweite Beachtung. Heute steht es unter Leitung von Stefan Behnisch, Sohn von Günter Behnisch, und realisiert Gebäude im In- und Ausland. Die hohe Qualität der Projekte spiegelt sich in zahlreichen internationalen AusÂzeichnungen wider.
Der Museumsneubau in Stralsund entsteht zwischen historischen Speichergebäuden auf der nördlichen Hafeninsel. Das Bauvolumen fügt sich zwar in die bestehende Altstadtstruktur ein, bildet jedoch einen formalen und architektonischen Kontrast. Es ergänzt die historische Bebauung nicht zu einem geschlossenen städtebaulichen Block, sondern bildet eine offene Struktur. Das Museum als Konterpart zum Bestand stellt keine Schwierigkeit dar, sondern ist ganz im Gegenteil als Pluspunkt für die historische Stadt zu sehen: Auch der Welterbebeirat der Stadt Stralsund schätzte den Entwurf als äußerst gelungene Gestaltungsleistung. Bei der Fassadengestaltung ließen sich die Architekten vom nahen Hafen inspirieren. Helle geschwungene StahlÂtafeln, wie sie im Schiffbau verwendet werden, bilden die Außenfassade. Die bis zu 16 x 3 Meter großen Bleche symbolisieren geblähte Segel.
Das Motiv, das dem Entwurf zu Grunde liegt, sind vom Wasser umspülte Steine. Diese Idee übertragen die Architekten auf vier amorphe Baukörper, deren zentrales Foyer von allen Seiten von Menschen und Licht durchströmt werden soll.
Auf dem Vorplatz zur Hafenstraße befindet sich der dem Meer zugewandte HauptÂeingang. Durch die offene Gestaltung des Erdgeschosses entsteht für alle Besucher, gleich aus welcher Richtung sie kommen, ein einladender Eingangsbereich.
Im Foyer werden die vier Bauteile über Treppen und Stege miteinander verbunden. Mit einer 31 Meter langen Rolltreppe gelangt man zur obersten Ebene. Hier geben Glasfassade und Glasdach den Blick nach Außen wie nach Innen frei. Das Foyer wird so zum offenen Verbindungsglied zwischen Außenraum und MuseumsÂinneren.
Im ersten Gebäudekomplex mit Blick auf den Strelasund und die Insel Rügen beÂfinden sich das Familienrestaurant sowie die Ausstellungen „Weltmeer - Die Vielfalt des Lebens“, „Die Ostsee“ und „Erforschung und Nutzung der Meere“. Das zweite Gebäude, das OstÂseeaquarium, informiert den Besucher über den Lebensraum Ostsee, von Stralsund bis hin zum Kattegatt. Das NordÂseeaquarium im dritten Baukörper stellt auf mehreren Ebenen die Lebensräume Nordsee, Nordatlantik und Polarmeer vor und beherbergt das Schwarmfischaquarium. Unter diesen beiden Gebäuden, für den Besucher nicht sichtbar, ist die Technik für die Aquarien unterÂgebracht. Im vierten Baukörper werden in einer atemberaubenden Inszenierung die Wale, unsere „1:1 - Riesen der Meere“, als NachÂbildungen in Originalgröße zu bestaunen sein.
Auch Teile der historischen Speichergebäude werden für das OZEANEUM genutzt: Hier sind zusätzlich Gastronomie, ein Kongresszentrum sowie die MuseumspädaÂgogik untergebracht.
Die architektonische Gestaltung des OZEANEUMs bietet großes EntwicklungsÂpotential für die Ausstellungen des Hauses und schafft somit die Voraussetzung für eine langfristige Platzierung des Deutschen Meeresmuseums in den Top Ten der Meeresmuseen.
(Zeichen mit Leerzeichen: 3.344)
Aktualisiert im Mai 2008
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deutsches meeresmuseum stralsund
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